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Ein Wort von Simon Gfeller

Jo jo, die Schäre, die Schäre! Kes Gärtli isch sicher vor ne, weder i der Stadt no uf em Land! Im blüejigschte Bett inne müesse sie ihri Hüüfli ufgstosse ha, die wättigs Nüderine!

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1868 Am 8. April im Zuguet, Gemeinde Trachselwald, geboren

1875 9 Jahre Primarschule im Schulhaus Thal, Dürrgraben (seit 1968 Heimisbach)

1884 Lehrerseminar in Münchenbuchsee und Hofwil (3 1/2 Jahre)

1887 Erste Stelle als Lehrer in Grünenmatt, Gemeinde Lützelflüh

1893 Heirat mit Meta Gehrig, Lehrerin im Thal, Dürrgraben

1894 Geburt der Tochter Johanna

1895 Geburt des Sohnes Werner

1896 Simon und Meta Gfeller übernehmen die beiden Stellen der Schule Egg der Gemeinde Lützelflüh

1897 Geburt der Tochter Hedwig

1900 Beginn des Briefwechsels und der Freundschaft mit Otto von Greyerz

1903 Emanuel Friedli auf der Egg. Mitarbeit an dessen 1. Band «Lützelflüh»

1910 «Heimisbach»: Erstlingswerk von Simon Gfeller

1914 «Geschichten aus dem Emmental»: Erstes Buch in Schriftsprache

1918 bis 1942 weitere acht Werke

1929 Vorzeitige Pensionierung, Umzug in das neu erstellte Haus an der Grabenhalde unterhalb des Eggschulhauses

1934 Ehrendoktor der Universität Bern

1940 Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Lützelflüh

1943 Am 8. Januar gestorben im 75. Lebensjahr im Spital Sumiswald

Meta und Simon

Simon Gfeller war ein Bauernbub. Seine Eltern Christian Gfeller und Annebarbara Fankhauser werden am 17. November 1851 von Pfarrer Albert Bitzius (Gotthelf) in der Kirche Lützelflüh getraut.

Er schrieb: «Am Ostrand der Gemeinde Trachselwald, wo der Landbau von der Alpwirtschaft abgelöst wird, liegt die bernische Staatsdomäne Zuguet. Hier wurde ich am 8. April 1868 geboren.

Auch mein Vaterhaus war ehemals eine Sennhütte. Als aber der Staat Bern Besitzer der zugehörigen Alp wurde, hörte das Kühern auf. Er liess den grössten Teil des ausgedehnten Weidegrundes mit Wald ansetzen, und nur die geeignetsten Landstücke, etwa ein Dutzend Jucharten, blieben für den Acker- und Wiesenbau frei, und aus der altersgrauen Küherhütte wurde ein Bannwartenhaus.»

Aus dieser Welt der Abgeschiedenheit geht der junge Simon in die Schule Thal, Dürrgraben.

Er schrieb: «Das Notwendigste und Wichtigste für mein Leben und meinen spätern Beruf lernte ich von meinem Lehrer Friedrich Burri. Seinem gründlichen und tüchtigen Unterricht hatte ich zu verdanken, dass ich ins Seminar eintreten konnte.»

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Im Herbst 1887 kehrt Simon Gfeller als Neunzehnjähriger in seine Heimat zurück. Nicht nur hingebungsvolle Arbeit als Lehrer, sondern auch allerhand Jugendtorheiten wie ein ziemlich lebhaftes Geltungsbedürfnis und vor allem der Hang zum Wirtshausbesuch prägen Gfellers erste Amtsjahre in Grünenmatt. Später während der Lehrtätigkeit im Egg-Schulhaus tritt er freiwillig dem Schweizerischen Abstinenten Lehrerverein bei.

Von entscheidendem Einfluss ist die Heirat mit der Kollegin Meta Gehrig, Lehrerin im Thal, Dürrgraben, im Jahre 1893. Sie wohnen im alten Schulhaus Thal, wo Simon Gfeller von 1875 bis 1884 zur Schule gegangen ist. Von hier aus sucht das Lehrerehepaar einen gemeinsamen Wirkungskreis.

Grünenmatt

1896 finden Meta und Simon Gfeller den gemeinsamen Wirkungsort auf der Egg in der Gemeinde Lützelflüh. Dort wird die Gesamtschule geteilt. Gerade das haben sie gesucht: «Gelegenheit zu stiller, fruchtbarer Arbeit unter einfachen Bauersleuten.» Sie wachsen mit der Bevölkerung bald fest und innig zusammen. Arbeit stellt sich ein: in der Schule, im Garten, im Pflanzland. Neben der Bienenzucht pflegt Simon Gfeller auch Baum-, Rosen- und Blumenzucht. Ämter werden ihm aufgebürdet, vorab das des Armeninspektors, des Hüttenschreibers und des Stellvertreters des Pfarrers bei Beerdigungen.

Erholung und Kraft findet er in der Musik, im Geigenspiel und im täglichen Singen mit den Schülerinnen und Schülern.

Er schrieb: «Ein hundertprozentiger Schulmeister war ich nie, das heisst, es war mir einfach nicht möglich, all mein Sinnen und Denken rein nur der Schule zu konzentrieren ... Dass ich mich neben der Schule künstlerisch betätigte, war aber nicht ein Schaden, sondern ein Vorteil, denn es hielt mich im Fluss und bewahrte mich vor völliger Verkrustung. Immer wenn ich künstlerisch tätig war, hatte ich das Gefühl, auch in der Schule gelöster und aufgeschlossener zu sein. Gegenteils hatte ich das Gefühl, in der Schule ärmer und verhärteter, veralltäglichter zu sein, wenn ich nicht schrieb, malte oder in Gedanken an etwas gestaltete... Wer selber geistig produktiv ist und mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, versteht es besser, dass den Kindern nicht alles auf den ersten Anhieb eingeht. Er ist ein Lernender mit Lernenden und steht dadurch den Kindern näher.»

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Schon 1906 schreibt Simon Gfeller seinem Freund Otto von Greyerz: «Wir haben noch kein rein mundartliches Werk in Emmentaler Bauernsprache.» Er hat schon vorher die Absicht gehabt, eine Erzählung, vielleicht ein Buch zu schreiben, worin ein Schulmeister «unter dem Volk wirkt, worin gezeigt wird, was ein Schulmeister sein könnte und sollte.» Erst viel später erklärt Simon Gfeller über die Entstehung des Werkes, dass es mit der Abstinenz zusammenhänge. Die ersten abstinenten Lehrer kamen aus dem Seminar. «Denen wollte ich ein Programm schreiben.» Mit diesem Erstlingsroman «Heimisbach» 1910 kommt der grosse Erfolg und spornt ihn zu weiterem Schaffen an. Wer einmal «Blut geleckt» habe, meint er, könne nicht mehr davon lassen. «Zu allen meinen Geschichten hat mir irgend ein Lebenseindruck den Anstoss gegeben. Darum blieb fast ausschliesslich der bäuerliche Lebenskreis mein Stoffgebiet. Hätte ich unter Industriearbeitern gelebt, so würde ich ganz sicher Arbeitsschicksale geschildert haben. Manchem mag dieses Blickfeld engbegrenzt vorkommen. Aber das, was dem Leben Wert und Würde verleiht, hängt nicht ab von äusseren Umständen. Höchstes und Tiefstes kann auch im Bauernhause erlebt werden.»

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Nach dreiunddreissig Jahren Schuldienst auf der Egg tritt das Ehepaar Gfeller vom Lehramt zurück. «Für zwei Berufe langt die Kraft nicht mehr.» Von 1929 an verbringt Simon Gfeller den Rest seines Lebens im neuerrichteten Heim an der Grabenhalde. Dichterisches Schaffen, Vorlesungen, umfangreiche Korrespondenz, fleissige Lektüre, Umgang mit vielen Mundartschriftstellern beanspruchen ihn neben Bienenzucht und Blumenpflege. Erfolg und Auszeichnungen wie der Ehrendoktor der Universität Bern und die Ehrenbürgerurkunde der Gemeinde Lützelflüh freuen ihn mehr für die andern als für sich. Nach schwerer Krankheit stirbt er im 75. Lebensjahr am 8. Januar 1943 im Krankenhaus Sumiswald. Er ruht neben Gotthelf und Friedli bei der Kirche Lützelflüh.

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Aktuelles

Vorlese-Nachmittag 2020

Die Frutigtaler Dichterin Maria Lauber

Samstag, 24. Oktober 2020, 16.00 bis ca. 17.30 Uhr

Krummholzbad, Heimisbach

Vorlese-Nachmittag_Maria_Lauber.pdf

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Sonderausstellung 2020

Hilbi, Schutz u Schärme - Ländliche Baukultur im Emmental

Die Ausstellung ist wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben.

Einladung

 

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